Vertrocknete, überreife Heidelbeeren unter rostroten Heidelbeerblättern im Juli – keine Phantasterei, sondern Realität des Jahres 2018.
Die kälteste Nacht des Winters Mitte Mai(!) mit -9°C und brutal zurückgefrorenen Jungwäldern – keine Phantasterei, sondern Realität des Jahres 2020.
Zwischen diesen und wohl noch schlimmeren Extremen werden sich unsere Wälder zukünftig behaupten müssen. Nach aktuellem Wissenstand sollten baumartenreiche Wälder die Gewähr bieten, dass unsere Nachkommen auch in 150 Jahren noch die Schönheit und die existenziellen Gratisleistungen des Waldes, wie klare Luft oder sauberes Wasser, genießen. Dazu liefert der Wald mit dem Holz einen Roh,- und Baustoff der eine unschlagbare CO²-Bilanz aufweist.
Baumarten, wie Buche, Ahorne, Eberesche, Eiche oder Salweide sind im Forstamt Oberhof als geeignete „Zukunftsbaumarten“ bereits jetzt auf dem Vormarsch und verjüngen sich hervorragend. Bei einer (noch) seltenen Baumart wie der Weiß-Tanne müssen wir dagegen mit Aufforstungen nachhelfen. Auch fremdländische Baumarten wie die Douglasie haben die Herausforderungen der letzten Wald-Katastrophenjahre gemeistert.
Unsere Initiativen werden allerdings nur gelingen, wenn der Hunger von ZUVIEL an Rot,- und Rehwild dem nicht entgegensteht. Teure und Arbeitskräfte bindende Schutzmaßnahmen gegen Knospenverbiss oder Rindenschäle können da nur die Ausnahme sein. Artenreichtum in jeglicher Hinsicht mildert Risiken, wie wir sie aktuell bei artenarmen Wäldern beobachten.
Wer streut, rutscht nicht.
Am Ende werden aber alle Vorhaben unsere Wälder stabiler und vital auszurichten nicht von „künstlicher Intelligenz“ umgesetzt, sondern von Menschen.
Insofern wären stabile Organisationsstrukturen über Legislaturen hinaus(!), ausreichend Personal und natürlich Geld die wichtigsten Voraussetzungen diese gesellschaftliche Mammutaufgabe des Waldumbaus zu schultern. (Kommentar von Bernd Wilhelm, Forstamtsleiter Oberhof)











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