Suhl, 28. März 2026 – Die aktuellen Beratungen der Regionalen Planungsversammlung Suhl über Windvorranggebiete markieren einen entscheidenden Schritt für die Energiewende in Thüringen. Bündnis 90/Die Grünen betonen, dass der zügige Ausbau der Windkraft alternativlos ist, um die verbindlichen Klimaziele der EU zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Importen zu beenden.
„Die EU hat mit dem Europäischen Klimagesetz klare Vorgaben gesetzt: Bis 2030 müssen die Treibhausgasemissionen um mindestens 55 % sinken, bis 2040 um 90 %“, erklärt Ulrich Töpfer, Kreis- und Stadtratsmitglied von Bündnis 90/Die Grünen. „Diese Ziele sind nur mit einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien erreichbar – insbesondere der Windkraft. Thüringen braucht mindestens 1.000 neue Anlagen, um das Bundesziel von 65 % Ökostrom bis 2030 zu schaffen. Derzeit hinken wir diesem Ziel dramatisch hinterher.“
Windkraft als sauberste und sozial verträglichste Lösung Laut Umweltbundesamt verursacht Windstrom nur 0,28 Cent Umweltkosten pro Kilowattstunde – im Vergleich zu 20,81 Cent bei Braunkohle und 8,59 Cent bei Gas. Zudem reduziert jede in Thüringen erzeugte Kilowattstunde den Importbedarf fossiler Energien, für die jährlich rund 2 Mrd. Euro an die Lieferländer fließen. „Diese Mittel bleiben durch den Ausbau der Windkraft in der Region und stärken die lokale Wirtschaft“, betont Josef Wilhelm, Sprecher des Regionalverbandes Bündnis 90/Die Grünen Schmalkalden-Meiningen-Suhl.
Bürgerbeteiligung und transparente Planung Die Auswahl der Windvorranggebiete erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren mit öffentlicher Beteiligung. Alle relevanten Kriterien – von Naturschutz über Immissionsschutz bis hin zu Abständen zu Wohngebieten – werden geprüft. „Entscheidungen werden nicht in Ministerien getroffen, sondern vor Ort in den regionalen Planungsgemeinschaften“, stellt Wilhelm klar. „Jeder Einspruch wird sorgfältig abgewogen. Das Siegel Faire Windenergie Thüringen garantiert zudem maximale Transparenz und finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger und Kommunen.“
Gegenargumente widerlegt: Häufig genannte Einwände gegen Windkraft halten einer sachlichen Prüfung nicht stand:
Vogelschutz: Windräder verursachen jährlich etwa 100.000 Vogelopfer – deutlich weniger als Stromleitungen (1,5–2,8 Mio.), Hauskatzen (20–100 Mio.) oder Verkehr (70 Mio.).
Infraschall: Genehmigungsverfahren stellen sicher, dass Windräder nur in ausreichendem Abstand zu Wohngebieten gebaut werden. Der Infraschall durch Windkraft ist deutlich geringer als durch Straßenverkehr oder Sturm.
Naturzerstörung: Jede Energieform hat Auswirkungen – doch keine ist so umweltverträglich wie Windkraft. Zudem wird gerodeter Wald an anderer Stelle hochwertig aufgeforstet.
„Wer gegen Windkraft polemisiert, muss erklären, wie er die Klimaziele sonst erreichen will“, so Töpfer. „Fossile Energien haben uns Klimakrise, Abhängigkeit und explodierende Preise gebracht. Die Windkraft ist die einzige realistische Alternative, die uns unabhängiger, klimafreundlicher und sozial gerechter macht.“
